DAS GLÜCK IST EINE DAME

Das Glück ist eine Dame, ©Ann-Kristin Iwersen 2021

Das

Glück

ist eine Dame die

im purpurroten Mantel

mit einem Pelz aus Hermelin

sich fortstiehlt

aus den Höhen der Stadt

um mich zu lieben

in den tiefsten Schatten der Nacht.

 

© Ann-Kristin Iwersen 2021

 

Der Hintergrund

Diesen Kurztext – oder vielleicht kann man es auch ein Gedicht nennen – habe ich eigens für einen Kalligraphiewettbewerb verfasst, der das Thema „Glück“ zum Gegenstand hat. Wegen des noch laufenden Wettbewerbs kann ich leider das Design nicht zeigen.

Warum dieser Text?

Zunächst einmal: Es wäre natürlich nicht nötig gewesen, einen Text zu verfassen, ich hätte auch irgendein Zitat nehmen können – es ist ja kein Literaturwettbewerb. Aber ich tue mich unglaublich schwer damit, passende Zitate zu finden. Das Meiste ist mir schlicht zu banal, und diese „Man sieht nur mit dem Herzen gut“-Letterei geht mir, ehrlich gesagt, ziemlich auf den Keks. Also jedem das Seine. Aber es ist eben nicht das Meine.

Nun musste ich mir also irgend etwas zu „Glück“ einfallen lassen. Auch nicht wirklich mein Thema – das schreit schon so nach Trivialität, nach Gemeinplatz.

Nachts im Bett, als ich plötzlich aufwachte, kam mit das Lied „Good Run of Bad Luck“ von Clint Black in den Sinn. Das war schon immer eines meiner Lieblingslieder. Darin heißt es: „Luck be a lady / and I’m gonna find love / comin‘ on the bottom line“.

Ich spielte eine Weile mit der Idee von „Lady Luck“ herum – dass Glück haben bedeutet, von ihr geliebt zu werden. So kam ich schließlich zu der Eröffnung „Das Glück ist eine Dame“, und ich wusste, am Ende sollte irgendwo die Liebe stehen, in dem Sinne, dass einem das Glück hold ist.

Nun musste die Dame noch etwas Schönes zum Anziehen haben, sonst wäre es ja keine Dame; und dann musste da noch ein wenig Drama hinein. Voilà.

Wie soll man den Text nun verstehen? Nun, das ist Dir überlassen…